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01 - 25. 06. - Anfahrt nach Klaipeda (Memel)
Hp. Alle vier Mitglieder unserer “Baltikgruppe” finden sich pünktlich am Bahnhof Itzehoe ein. Die Bahnfahrt nach Kiel (Umsteigen in Elmshorn) verläuft planmäßig und ohne Zwischenfälle. Lediglich der Transport un serer schwer bepackten Fahrräder über die Bahnhofstreppen kann nur jeweils zu zweit bewerkstelligt werden. In Kiel befördert uns die Fähre zum Ostuferhafen. Dabei haben wir einen herrlichen Blick auf die vielen großen und kleinen Windjammer, die zur Kieler Woche erschienen sind. Beim Einchecken auf der FS Svealand treffen wir Ehepaar Stephan aus Oelixdorf, die auf der Kurischen Nehrung Urlaub machen wollen: freudige Überraschung! Die 19-stündige Seereise verläuft wegen des kaum spürbaren Wellengangs (ca. Windstärke 4) sehr angenehm, obwohl die Übernachtung in den Pullmannsitzen, zumal in einem fensterlosen Raum, doch recht unbequem und meist schlaflos ist. Als erwähnenswerter Ausgleich sei aber auf die Verpflegung an Bord - am Buffet und der Bar - hingewiesen: sie ist gut und preiswert.
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02 - 26. 06. - Anfahrt nach Klaipeda (Memel)
Wm. Nach ruhig er Überfahrt erreichen wir gegen 17:00 Uhr Ortszeit (MESZ – 1h) den Hafen von Kleipeda (Memel) und haben noch ca. 12 km Radfahrt durch das Hafengebiet und Vorstadtsiedlungen vor uns. Endlich erreichen wir unsere Unterkunft, das Gästehaus des deutschen Diakoniehauses. Nachdem wir unsere Wohnung mit kleiner Küche bezogen haben und uns die Wirtin Betti begrüßt hatt, machen wir einen kleinen Einkauf für das morgige Frühstück. Unser Abendessen nehmen wir nach einem ersten kleinen Stadtrundgang in einem alten Segler ein, der im Stadthafen als Restaurantschiff auf Dauer festgemacht hat.
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03 - 27. 06. - Klaipeda (Memel) / Kurische Nehrung
Sp. Nach einem deftigen Frühstück, zubereitet von Peter und Eckhard, treffen wir uns in der Unterkunft der evangelisch-lutherischen Kirche der Gemeinde Sandora in Klaipeda (früher Memel), in der wir auch die erste Nacht auf litauischem Boden verbrachten, gegen 10.00 Uhr mit Betti zu einem Stadtrundgang durch die Alt- und Neustadt in deutscher Sprache.
Unser Weg führt uns zunächst zur Kirche, in der wir einige Minuten dem Gottesdienst beiwohnen. Danach beginnt der eigentliche Stadtrundgang, der uns über die Johannes-Hügel zur Börsenbrücke führt. Vorbei an „D ie Arche“ und dem zentralen Postgebäude erreichen wir den Skulpturenpark (früherer deutscher Friedhof). Weiter geht es am russischen Ehrenmal entlang zum Bahnhof. Auf dem Vorplatz steht eine Skulptur „Mutter mit Kind und Koffer“. Unser Stadtrundgang endet nach einem Abstecher zum Simon-Dach-Haus auf dem Theaterplatz mit dem Dramentheater, dem Simon-Dach-Denkmal und dem Ännchen von Tharau.
Nach dem interessanten und beeindruckendem Stadtrundgang verabschieden wir uns von Betti, erfrischen uns mit einem Bier in einem Lokal am Theaterplatz und kehren gegen 13.00 Uhr in unsere Unterkunft zurück.
Gegen 14.00 Uhr besteigen wir unsere Fahrränder und fahren zur Fähre an der Danga, die uns zur Kurischen Nehrung übersetzt. Vom Fähranleger radeln wir auf ein em asphaltierten Radweg, der später in eine Schotterpiste übergeht, an den Dünen entlang in Richtung Juodkrante‘ (dem früheren Schwarzort). Da die Fahrt auf dem Schotterweg immer beschwerlicher wird, kehren wir zur asphaltierten Fahrstraße 167 zurück und legen die restlichen Fahrtstrecke auf dieser Straße zurück.
Während einer Pause in einem Straßenlokal essen Eckhard, Peter und ich geräucherten Barsch, Hans-Werner Hering mit Zwiebeln und Ei. Das Essen schmeckt uns nach der Radfahrt ausgezeichnet.
Vorbei an den für Juodkrante‘ typischen Windfahnen und dem Steinskulpturen-Park machen wir uns auf den Rückweg zum Fähranleger, den wir auf der Straße 167 nach einigen Steigungen und Abfahrten sicher erreichen. Mit der Fähre geht es zurück nach Klaipeda und dann in die Unterkunft, (Ankunft gegen 19.00 Uhr).
Ein Abendessen im Restaurant Memelis rundet den erlebnisreichen Tag ab. Leider ist es Peter nicht vergönnt, die im Restaurant verbrachten Abendstunden in vollem Umfang mit zu genießen. Er zieht es vor, einen Teil des Abends am Tisch zu verschlafen.
Das Wetter ist den ganzen Tag über heiter bis wolkig, bei etwa 18 – 20 Grad.
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04 - 28. 06. - Klaipeda - Palanga - Bernati
Et. Heute beginnt die eigentliche Radtour. Wir werden von Betti persönlich am Tor der Diakonie verabschiedet und fahren auf einer verkehrsreichen Ausfallstraße Richtung Norden. Nach wenigen Kilometern verlassen wir sie und biegen auf einer Nebenstraße zur Küste hin ab auf Girulai zu. Aber dort kommen wir nicht weiter. Schließlich finden wir einen sandigen Radweg, von dem wir nach einigen Kilometern auf die Hauptstraße zurückkehren, um diese vor Polangen/Palanga wieder zu verlassen.
Meist fahren wir durch Laub- und Nadelwälder. Es gibt keine geschlossenen Ortschaften, sondern nur Streusiedlungen. Das Land scheint vorwiegend brach zu liegen. Vereinzelt s ieht man zwei bis drei Kühe im Gelände, immer wieder auch Bauruinen. Auf den Feldern wird nirgendwo gearbeitet.
In Polangen fahren wir auf einer breiten, nur Fußgängern vorbehaltenen Straße direkt auf den Strand zu. Auf beiden Seiten reiht sich ein Lokal an das andere, laute Musik, flimmerndes Licht, trotz des trüben und kühlen Wetters viele Menschen, das „wohl schönste Bad des Baltikums“ mutet etwas rummelhaft an. Am Ende der Straße befindet sich eine schöne Anlage mit einem Springbrunnen, den eine Plastik ziert.
Der Blick hinter die hohe Dünenkette, über die ein breit er Bohlenweg führt, zeigt einen belebten Strand, aber kaum Badebetrieb.
Nach dem Genuß von geräucherten Forellen und Ostseekalamaris begeben wir uns auf den Fahrradweg nach Sventoji, „eine der reizvollsten Radlerstrecken“, wie das Unternehmen „Die Landpartie“ schreibt – und damit hat es recht. Die geplante Weiterfahrt nach Skuodas haben wir verworfen.
Nach einem komplikationslosen Grenzübertritt, bei dem wir vier die einzigen Passanten sind, geht es in Kurland/Kurzeme, Lettlands südlichster Provinz, auf schnurgerader Straße mit guter Asphaltdecke und sehr wenig Verkehr weiter. Auch hier ist die Besiedlung ganz dünn, graue Holzhäuser hier und da, aber das Land scheint intensiver bewirtschaftet zu sein, und wir sehen die erste Kuhherde.
Nach mehreren Pausen erreichen wir Nica, wo es ein schönes Hotel gibt, das uns aber zu teuer ist. Man macht uns auf Landhäuser im nächsten Dorf, Bernati, aufmerksam. Gleich bei der ersten Familie, Smilgas, finden wir Aufnahme.
Aus einem mit Gerümpel vollgestellten Schuppen führt eine schwankende Treppe hinauf in den ersten Stock eines Neubaus. Dort finden wir zwei Zimmer mit schrägen Wänden und gemeinsamem Duschbad. Außer Matratzenlagern zu ebener Erde ist nichts vorhanden. Aber es ist sauber und riecht nach frischer Farbe. Die Einrichtung der Fremdenzimmer ist offensichtlich noch nicht vollständig, und wir sind wohl die ersten, etwas zu früh erschienen Gäste. Zum Abendessen fahren wir zurück nach Nica ins Hotel.
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05 - 29. 06. - Bernati - Liepaja (Liebau) - Grobina - Aizpute (Hasenpoth)
Hp. Wir haben einen recht windigen Tag erwischt. Aber, wie fast auf der ganzen Reise, unterstützt er uns recht ordentlich. Der wolkige, teilweise auch bedeckte Himmel beschert uns einige kleine Schauer, die wir in Wartehäuschen bei einem immer notwendigen “Heimweh-Wässerchen” aussitzen. Zunächst müssen wir auf einer unangenehm stark befahrenen Magistrale radeln. Danach ist es aber sehr angenehm, als wir auf einer kaum befahrenen asphaltierten aber recht welligen Nebenstraße die Fahrt fortsetzen können. Die Quartiersuche in Aizpute erweist sich als sehr schwierig! Zunächst werden wir von einer Deutsch sprechenden Passantin an den entgegengesetzten Ortsrand verwiesen. Dort, innerhalb von Plattenbauten, wäre eine private Unterkunft wohl möglich, doch nur ohne sichere Fahrradaufbewahrung. Später, wieder am ersten Ortsrand angekommen, finden wir nach langer Wartezeit (ca. 1,5 Stunden) einfache, preiswerte Zimmer in der ersten Etage eines mehrstöckigen Hauses, das als eine Art Jugendheim hergerichtet wird. Die sanitären Anlagen auf der Etage sind gleichermaßen von Männlein und Weiblein zu benutzen.
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06 - 30. 06. - Aizpute (Hasenpoth) - Kuldiga (Goldingen)
Wm. Nach reichlichem Frühstück in unserer Unterkunft in Aizput e/Hasenpoth starten wir um ca. 9:10 Uhr bei wolkigem Sonnenhimmel und relativ kühler Ostseeluft in Richtung Kuldiga/Goldingen. Auf guter Asphaltstraße fahren wir bis Kazdanga, wo wir das Schloss des Barons von Manteuffel von außen besichtigen. Von dort erwischen wir nach ca. 2 km Asphaltstrecke etwa 10 km Schotterstrecke in Richtung Kikuri, wo wir dann wieder Asphalt unter uns haben. Bei schwachem Autoverkehr (Frequenz ca. 0,5 Auto/min) geht es an etlichen Storchennestern, die häufig direkt an der Straße stehen, durch hügelige Landschaft nach Kuldiga. Keine besonderen Vorkommnisse bis dort.
Unterkunft finden wir im sauberen und ordentlichen Hotel „Aleksis“. Während unseres Stadtrundgangs imponiert der ca. 200 m breite Wasserfall der Venta mit einer Fallhöhe von ca. 1,8 m, den viele Badende zur Erfrischung nutzen. Beim weiteren Stadtrundgang sehen wir viele Kirchen, darunter auch eine russisch-orthodoxe. In der St. Katharinen-Kirche findet am heutigen Tag ein Konzert eines Jugendchores aus San Francisco statt. Unser Abendessen nehmen wir in der urigen Gaststätte „Stender’s“ ein. Bei einem späteren Besuch bei „Stender’s“ verfolgen wir am TV das Europa-Meisterschafts-Fußballspiel Portugal vs. Holland. Im Publikum sind auch viele Russen, die uns Grüße in die DDR aus der UdSSR auftragen.
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07 - 01. 07. - Kuldiga (Goldingen) - Ventspils (Windau)
Sp. Nach einer erholsamen Nacht und einem reichlichen Frühstück mit Fisch, Eiern, Käse, Obst, Saft, Kaffee und Kuchen machen wir uns, obwohl Peter und Hans-Werner verschlafen haben, gegen 09.00 Uhr auf den Weg nach Ventspils (früher Windau). Die Sonne scheint und es ist d aher sehr angenehm auf dem Fahrrad.
Unsere Tour führt uns auf der asphaltierten Straße P 108 zunächst durch eine hügelige, waldreiche und dünn besiedelte Landschaft. Nach mehr als 20 km verlassen wir das Waldgelände und kommen durch mehr oder weniger landwirtschaftlich genutzte Flächen. Angebaut werden Getreide, Raps und Kartoffeln. Viele Flächen liegen aber auch brach. Der Verkehr ist mäßig. Es stören aber die zahlreichen LKW`s, die uns überholen oder entgegenkommen.
Unterwegs sehen wir eine größere Anzahl von Störchen. Das ist sehr beeindruckend.
Leider ereilt Peter ein Maleur, die Halterung einer seiner vorderen Lowrider reißt ab, so dass er den Lowrider zunächst auf seinem Gepäckträger weiter transportieren muß.
Gegen 12.00 Uhr machen wir Rast in Ventava, um uns zu stärken und unseren Durst zu löschen. Hier ergibt sich auch die Möglichkeit, den verbrauchten flüssigen Proviant wieder zu ergänzen.
Peter nutzt die Rast, um die Halterung für seinen Lowrider wieder zu befestigen, was ihm auch durch Verwendung von Kabelbindern nachhaltig gelingt. Das Provisorium hält den Rest der Tour durch. Da es sehr windig ist, brechen wir die Rast frühzeitig ab und setzen unsere Tour fort. Es geht weiter durch landwirtschaftlich nutzbare und genutzte Flächen. Am Ortseingang von Ventspils begrüßen uns Kleingartenkolonien auf beiden Seiten der Straße.
Die Suche nach einer Unterkunft ist nicht einfach, da am nächsten Tag in Venspils die Olympischen Spiele Lettlands beginnen und demzufolge die Unterkünfte schon stark bel egt sind. Nach längerem Suchen gelingt es uns dann doch, ein Quartier für die Nacht zu finden, und zwar im Gebäude der Ventspils 20 Arodvidusskole in der Saules iela 15. Es ist ein preisgünstiges 6-Bettzimmer mit Dusche und WC auf dem Flur ohne Frühstück, das wir gegen 16.00 Uhr beziehen.
Nachdem wir geduscht und etwas ausgeruht haben, erkunden wir die Stadt. Durch die mit Straßenlokalen gesäumte Fußgängerzone erreichen wir schließlich den Hafen, in dem einige Schiffe liegen, die ent- bzw. beladen werden. Wir gehen am Hafen entlang, vorbei am Denkmal des lettischen Seefahrtbegründers Krisjänis Valdemärs und dem Gebäude der Freihafenverwaltung zur Burg des livländischen Ordens. In den Kellergewölben der Burg essen wir zu Abend. Den Tag lassen wir bei einem Bier und Snacks in einem Straßenlokal im Fußgängerzonenbereich ausklingen.
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08 - 02. 07. - Ventspils (Windau) - Dundaga (Dundangen)
Et. In dem Restaurant, das zu unserer Herberge gehört, ist man auf ein Frühstück in der gewohnten Weise nicht eingerichtet. Nachdem wir herausbekommen haben, was zu haben ist, stellt sich jeder per Einzelbestellung sein Frühstück zusammen. Dann starten wir von Windau/Ventspils bei Nieselregen mit Tagesziel Roja an der Rigaer Bucht über Valdemarpils, d. h. wir verlassen die Küste, um den Nordwestzipfel Kurlands zu durchqueren. Am Stadtrand geht es an zahlreichen Industrieruinen und an einem riesigen Holzlagerplatz vorbei. Ein Teil der vielen Holzlaster, denen wir täglich begegnen, wird wohl seine Stämme hier abladen.
Wir haben gera de ein Bahngleis überquert, das die Straße relativ spitzwinklig schneidet, als plötzlich ein gellendes „Stop!“ erschallt. Was ist geschehen? Peter hat das Gleis nicht rechtwinklig genug zu überqueren versucht: Obwohl das Vorderrad schon drüber war, rutschte das Hinterrad auf dem feuchten Eisen in die Spur, das Rad kippte und war zur „8“ verbogen.
Mancher von uns mag gedacht haben: Das war´s. Peter jedoch beginnt schnell mit dem Ausbau des Rades in der Absicht, mit einem unserer Räder in die Stadt zurückzufahren und nach einer Ersatzfelge zu suchen. Weil alle vorhandenen Schraubenschlüssel zu klein sind, leihen ihm die freundlichen Mitarbeiter eines Bauhofes, vor dem wir gerade stehen, einen 17er-Schlüssel. Um 10.30 Uhr fährt er zurück nach Windau; nach zwei Stunden ist er mit dem reparierten Rad wieder da, und um 13.00 Uhr setzen wir unsere Tour fort.
Während der Wartezeit beobachten wir, wie ein Bauzug, der die eine Straßenhälfte blockiert, versucht, zwei der Betonplatten zu ersetzen, zwischen denen das Gleis über die Straße führt. Weil die neuen Platten offensichtlich etwas zu lang sind, gelingt den Männern das Einsetzen nur mit Mühe und schließlich mit Gewalt.
Derweil hält ein Auto am Straßenrand, und der Fahrer kommt zu uns. Es stellt sich heraus, das er uns morgens überholt hat. Als er uns auf der Heimfahrt hier sitzend vorfindet, will er uns Hilfe leisten. Er gibt sich selbst als Radfahrer zu erkennen und empfindet deshalb Sympathie für uns. Wir brauchen von seinem freundlichen Angebot aber nicht mehr Gebrauch zu machen, da Peter per Handy seine baldige Rückkehr bereits angekündigt hat.
Nach 20 km auf der Hauptstraße biegen wir auf eine schlecht asphaltierte Nebenstrecke ab, die später in eine 10 km lange Schotterpiste übergeht. Wir fahren ununterbrochen durch Laub- und Nadelwälder und eine leicht hügelige, einsame Landschaft. Als wir meinen, kurz vor Valdemarpils zu sein, paßt die vorhandene Straßenführung nicht zum entsprechenden Kartenbild. Nach einiger Verwirrung löst sich das Rätsel: Wir müssen auf der Schotterpiste an einer Gabelung in die falsche Richtung gefahren sein und befinden uns in Dundaga/Dondangen! In dem Gastraum einer Tankstelle machen wir auf ein Bier Rast und beschließen nach kurzer Beratung, in diesem Ort zu übernachten. Gleich am Ortsrand finden wir ein nagelneues Hotel (4 Zimmer, 8 Betten und großer Saal mit Terrasse). Es hat noch keinen Namen, und die Außenanlagen sind noch nicht ganz fertig. Wir scheinen wieder zu den ersten Gästen zu gehören. Das Personal zeigt sich noch unsicher, und in den Zimmern fehlt es noch an Einrichtungsgegenständen, aber wir haben hervorragende Betten und Duschen.
Nach einem sehr guten Abendessen gehen wir durch den Ort, dem noch heute anzumerken ist, daß er durch die Familie von Osten-Sacken geprägt wurde. Wir finden neben allerlei „Schrott“ eine gut erhaltene Kirche, die von dem „Wohltäter Baron Karl von Osten-Sacken im Jahre 1766 erbaut“ wurde, wie es in einem kurländischen Prospekt heißt. Am Ortsende stoßen wir auf eine Burg. Sie wurde vom Schwertbrüderorden bereits im 13. Jahrhundert gegründet und gehörte seit 1711 bis zur Enteignung 1920 der Familie von Osten-Sacken. Der letzte Besitzer, Baron Ulrich, nannte 66.000 ha sein eigen und besaß damit das größte baltische Rittergut. Die Burg, die größte in Nordkurland, befindet sich zwar nicht in bestem Zustand, ist aber noch gut erhalten und wird genutzt. Sie wurde zuletzt vor dem Ersten Weltkrieg umgestaltet. Landschaftlich liegt sie sehr schön an zwischen Seen, von gepflegten Anlagen umgeben. An einer Seite befindet sich eine große Bastion, auf der eine quadratische Fläche von einer Doppelreihe von Alleebäumen eingefaßt ist.
Nach einem Einkauf um 21.00 Uhr trinken wir im Hotel ein letztes Bier. Wir haben heute, trotz der durch die Panne verursachten Wartezeit, noch 68,6 km zurückgelegt.
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09 - 03. 07. - Dundaga (Dundangen) - Engure
Hp. Pünktlich um 9 Uhr beginnen wir die heutige Tagesetappe. Bei freundlichem Wetter fahren wir in nordöstlicher Richtung, zunächst 13 km auf Asphalt, dann 9 km auf recht gut befahrbarem, unbefestigtem Untergrund. An der Rigaer Bucht angekommen geht es in südöstlicher Richtung auf der gut ausgebauten, asphaltierten Küstenstraße weiter. Hier ist es wiederum sehr einsam und man fühlt sich wie a uf einem XXL-breiten Radweg, der auch gelegentlich von Kraftfahrzeugen benutzt werden darf. Links und rechts werden wir von schier endlosen Kieferwäldern begleitet. Gelegentliche Lücken auf der linken Seite geben hin und wieder einen wunderbaren Blick auf das Wasser frei. Der einzig bemerkenswerte Ort auf diesem ca. 70 km langen Teilstück ist Roja. Nicht verständlich ist es für uns, daß dieser Ort mit seiner wunderschönen Lage über keinen Badestrand mit dazugehöriger Infrastruktur besitzt. Das Wetter ist geprägt durch einige kräftige Schauer und Gewitter, die wir jeweils mit Glück in überdachten Bushaltestellen abwarten können.
Bei einer dieser Zwangspausen treffen wir auf zwei deutsche Radwander-Ehepaare im Rentenalter aus Düsseldorf. Sie haben sich für ihre Baltikum- und Masuren-Rundreise fünf Wochen Zeit mitgebracht. Einer der beiden Herren ist uns wegen seines wortreiches Getues nicht sehr sympatisch.
Für unsere Übernachtung in Engure finden wir eine “Suite” in einem “Hotel”. Sehr preiswert und recht ordentlich, aber ohne Komfort. Bei unserem Abendbummel am kleinen Hafen schlägt Peter vor, den Sonnenuntergang auf der Mole zu erleben. Leider spielt die Sonne nicht mit, denn sie versteckt sich hinter Wolken und wäre auch nicht “im Wasser”, sondern hinter Bäumen untergegangen. Dennoch erleben wir bei einer Dose köstlichen lettischen Bieres eine eindrucksvolle Abendstimmung.
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10 - 04. 07. - Engure - Riga
Wm. An diesem Morgen müssen wir zweimal frühstücken; das erste Mal auf dem Zimmer ohne Kaffee und von mitgebrachten Vorräten, das zweite Mal im Büro des Leiters der Unterkunft, der uns unerwartet noch ein reichliches Frühstück anbietet. So starten wir erst um 9:30 Uhr. In unserer ersten Pause gegen 10:45 Uhr treffen wir erneut die Rheinländer-Fahrradgruppe. Bis Klapkalnciems fahren wir be i bedecktem Himmel aber ohne Regen. Nun kommt aber die Sonne durch und auf guter Asphaltstraße fahren wir weiter in Richtung Jurmala. Verstärkt kommen jetzt auch schöne Ferienhäuser und einfache Campingplätze in Sicht. Ca. 6 km vor Jurmala radeln wir direkt auf dem gut befahrbaren, festen Sandstrand (wie die Einheimischen auch). An einem Strandimbiß, wo es Bier, Pommes frites und Fischfrikadellen gibt, können wir uns stärken. Als wir aufziehende Gewitterwolken bemerken, beeilen wir uns Jurmala zu erreichen. Wir erreichten glücklich den Ort, als das Gewitter einsetzt. Bei einem Bankgebäude müssen wir uns ca. 1 h unterstellen, bevor wir die schöne Fußg ängerzone mit herrlichen alten Holzhäusern und sogar auch einen Konzertsaal in Holzbauweise entdecken. Wir verlassen Jurmala und befahren nach der Düna-Brücke einen Radweg, der uns entlang der Eisenbahnlinie (mit einigen Unklarheiten) direkt in die Rigaer Altstadt führt. Hier gehen wir auf Zimmersuche; schon im zweiten „Hotel“ bekommen wir eine Chance. Die Wirtin muß zuvor jedoch eine Dame umquartieren, damit wir unsere Zimmer beziehen können. Nach ca. 2 h klappt es endlich und wir dürfen unser Gepäck und die Fahrräder in die vierte (!) Etage tragen. Zum Tagesabschluss erleben wir das Europameisterschaftsfinale am TV.
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11 - 05. 07. - Riga
Sp . Nach einer ruhigen Nacht in Riga und einem Frühstück in einem Cafe um die Ecke treffen wir uns um 10.00 Uhr am Pulverturm mit Biruta zu einem deutschsprachigen Stadtrundgang.
Bei sonnigem Wetter führt uns Biruta durch die Stadt, beginnend am Pulverturm, entlang den restaurierten Kasernen, der Stadtmauer mit Schwedentor, dem Schloss, verschiedenen Kirchen und dem Parlamentsgebäude, um nur einige Sehenswürdigkeiten zu nennen, zur Daugava. Weiter geht es dann zum Dom, den wir leider nur von außen ansehen können – er ist wege n Baufälligkeit gesperrt -, von dort zu den Gebäuden der großen und kleinen Gilde, durch renovierte kleine Gassen zum Rathaus und zum Schwarzhäupterhaus. Auch dies wieder nur einer kleiner Ausschnitt des Besichtigungsprogramms.
Biruta versteht es, uns die Sehenswürdigkeiten plastisch zu erklären und uns für die Geschichte Rigas, aber auch Lettlands zu sensibilisieren. Haften geblieben bei uns ist ihr Ausspruch „die Besatzer sind noch da, abgezogen sind nur die Soldaten“, der treffend kennzeic hnet, wie sie aber vielleicht auch andere über die Licht- und Schattenseiten der Unabhängigkeit denken. Zusammenfassend können wir feststellen, dass wir viel von Rigas Altstadt gesehen haben.
Gegen 13.00 Uhr verabschieden wir uns von Biruta, danken ihr für die Stadtrundgang und machen uns auf den Weg zum Restaurant Alus seta in der Tirgonu st. 6, das uns von unserer Stadtführerin empfohlen wurde.
In dem Selbstbedienungsrestaurant essen wir auf der Terrasse zu Mittag.
Den Nachmittag gestalten wir ohne sach- und fachkundige Führung. Unser erster Weg führt zum Gebäude der kleinen Gilde. Wir haben Gelegenheit, das Gebäude von innen zu besichtigen und sind überwältigt. Welch ein Prunk!
Unser weiterer Rundgang, vornehmlich durch die Neustadt Rigas, führt uns vorbei am Gebäude der Nationaloper, durch Parkanlagen zu einer orthodoxen Kirche, die wir betreten, um uns umzuschauen. Nach dem Verlassen der Kirche gehen wir weiter durch Parkanlagen in Richtung auf die Jugendstilhäuser in der Alberta und Elisabethstraße.
Bei einem kurzen Halt an einem Denkmal werden wir von einer älteren Frau beschimpft, nachdem sie uns als Deutsche ausgemacht hatt. Ihren Beschimpfungen und ihren Gebärden können wir entnehmen, daß sie im Krieg unter deutscher Besatzung einiges durchgemacht haben muß; denn sie spricht immer wieder diese Zeit an. Uns fordert sie auf, Lettland zu verlassen. Dieses Erlebnis macht uns alle sehr betroffen.
In der Alberta und in der Elisabethstraße sehen wir uns einige Jugendstilhäuser an, die mit den Gebäuden, die wir zum Jugendstil rechnen wenig gemeinsam haben. Es handelt sich um einen uns fremd anmutenden Jugendstil Rigaischer Prägung, mit sehr übertriebenen und überladenen Gestaltungen. Dennoch sind die Gebäude sehr beeindruckend.
Ein Blick zum Himmel klärt uns darüber auf, daß uns bald ein heftiger Regenguss erreichen wird. Wir machen uns daher auf den Rückweg und suchen nach einer Unterstellmöglichkeit. Die finden wir noch vor Einsetzen des Regens im Restaurant Piligrims in der Pils laukums 4. Hier nehmen wir einen kleinen Imbiss und Getränke zu uns.
Nach dem der Regen aufgehört hat, gehen wir zurück zur Unterkunft, bereiten gemeinsam die Tour des nächsten Tages vor und beschließen den schönen erlebnisreichen Tag mit einem Abendessen im gleichen Lokal, in dem wir auch zu Mittag aßen.
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12 - 06. 07. - Riga - Limbazi

Et. Nach dem Frühstück in einer kleinen, ansprechenden Kellerbar verlassen wir Riga - aber nicht auf der A 2, die in Richtung Nordost über Pskov nach St. Petersburg führt, sondern in genau nördlicher Richtung auf die Küste zu. Aber auch diese Straße ist zunächst stark befahren. Nach einem Halt an einem Supermarkt geht es nun hinein nach Livland. In Carnivaga legen wir in einem kleinen Park eine erste Pause ein und fahren weiter an der Küste entlang, jetzt auf der A 1 (E 67) bis Saulkrasti. Die Straße ist teils sehr gut ausgebaut und hat einen separaten Radweg. Bei ihr handelt es sich um den Teilabschnitt einer Straße, die in genau nord-südlicher Richtung von Tallinn, das wir hier erstmals ausgeschildert sehen, bis an die polnische-litauische Grenze führt und die den Namen „Via Baltica“ trägt.
In Saulkrasti verlassen wir die A 1 und machen einen Bogen durch das Binnenland, wo unser heutiges Tagesziel, die Stadt Limbazi, liegt. Es geht zunächst auf wenig befahrener, guter Straße schnurgerade 10 km nach Osten. Wie oft in diesen Tagen hört man die Lerchen singen; der Kuckuck ruft und monoton summen die Reifen auf dem Asphalt. Wir erreichen eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 19,5 km/Std. In dem welligen Hügelland blüht jetzt erst der Raps. Zu den einsam liegenden Bauernhöfen weisen an der Straße Namensschilder. Der Hofhund spielt hier noch eine besondere Wächterrolle. Manchmal schlägt er schon an, wenn der Radler das Gebäude noch gar nicht erblickt hat.
Störche nisten überall, meist auf Telegraphenmasten oder schlanken Wassertürmen, selten jedoch auf Dächern. Fast in jedem Nest sieht man Junge. Einmal schreitet gravitätisch ein Storch quer über die Fahrbahn. Ein anderer nutzt den Tunnel, den die Chausseebäume bilden, als Flugbahn in Höhe der Frontscheibe eines Lasters, der ihm folgt. Der Fahrer muß hupen, um den Vogel zu veranlassen, einen Meter höher zu steigen, damit der LKW unter ihm hindurch kann.
Nördlich Birini liegt an der Straße eins der auf dem Lande sehr seltenen Lokale. Das trifft sich günstig, weil es zu regnen beginnt – aber auch sonst wären wir nicht vorbeigefahren! Beim Bier kommt es zu einer Diskussion darüber, mit welchem Begriff der Zustand des Landes zutreffend beschrieben werden könne: zurückgeblieben, stehengeblieben, ärmlich? – jedenfalls nach EU-Richtlinien förderungsbedürftig, und das sieht man allenthalben.
Bei der Weiterfahrt kommen wir an dem herrlich gelegenen, schön restaurierten „Burghotel Igate“ vorbei, wahrscheinlich ehemals Sitz eines baltischen Barons. Auf Limbazi zu werden die Einzelhöfe zahlreicher, wir sehen gepflegte Gärten und Hofanlagen, waldumrandete Seen und – kurz vor der Stadt – den ersten Golfplatz.
Nach kurzer Suche finden wir am Stadtrand – etwas abseits an dem langen Rinnensee – das Sporthotel, in dem uns Peter bereits telephonisch angemeldet hat. Wir erhalten zwei Zimmer mit Blick auf den See, der in strahlendem Sonnenschein vor uns liegt. Wir blicken auf die Bootsstege dieses Kajak- und Kanu- Trainingszentrums, in dem außer uns ca. 25 Sportler zu einem Lehrgang untergebracht sind. Wir lernen sie beim Essen als sehr sympathische junge Leute kennen.
Individualreisende wie wir scheinen hier die Ausnahme zu sein. Das merken wir bei der Bestellung des Essens, das in unserem Falle eben keine Gruppenverpflegung ist. Wegen jeder Suppe, wegen jeden Gerichts fragt das junge Mädchen einzeln in der Küche nach. Schließlich bekommt jeder von uns, was er bestellt hat, und wir sind zufrieden. Den Abend lassen wir in den bereitstehenden Clubsesseln ausklingen.
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13 - 07. 07. - Limbazi - Ainazi (Hainasch)
Hp. Auf zunächst asphaltierter Straße mit wieder sehr wenig Verkehr geht es, durch einen kräftigen, kühlen Süd-West angenehm geschoben, recht flott voran. Kurz vor Salacgriva sind dann noch 11 km unbefestigte Straße zu bewältigen, die in einem zunehmend schlechteren Zustand sind und einige kurze, steile, unangenehm zu fahrende Höhendifferenzen besitzen. Einige mit unvermindertem Tempo entgegenkommende Lastkraftwagen wirbeln riesige Staubmassen auf, die uns reg elmäßig die Sicht nehmen und längere Atempausen erzwingen. Die starken Erschütterungen auf diesem Untergrund haben Folgen! Die tragende Befestigungsschelle an Peters zweitem Lowrider gibt auch ihren Geist auf. Dank unserer gut bestückten Ersatzteilvorräte ist aber eine stabile und nachhaltige Reparutur kein Problem.
In Salacgriva angekommen, vergessen wir die Unbilden von “Schotterpisten” in einem uns empfohlenen urigen Fischrestaurant bei leckerem, maritimen Gaumenschmaus mit notwendiger Spülung. Die Weiterfahrt zu unserem heutigen Etappenziel A inazi erfolgt auf der stark befahrenen Magistrale A1/E67, welche die Hauptverbindung zwischen Riga und Tallin ist. Zum Glück besitzt sie einen recht breiten, deutlich markierten Randstreifen für Fahrräder.
Am Ortsrand von Ainazi befindet sich innerhalb einer Tankstelle ein sehr empfehlenswertes Motel mit einigen komfortabel eingerichteten Zimmern (Voranmeldung wichtig), in dem wir Nachtquartier nehmen. Das schöne Wetter und der noch nicht weit fortgeschrittene Nachmittag lädt zum Bade ein. Nur ca. 250 Meter sind es bis zum feinsandigen, einsamen Strand. Hans-Werner und Peter, die beiden Unerschrockenen, wagen ein Bad in den kühlen Fluten. Eckhard und Henry begnügen sich mit einem Sonnenbad in den Dünen.
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14 - 08. 07. - Ainazi (Hainasch - Pärnu (Pernau, Estland)
Wm. Nach relativ k argem Frühstück im Motel und technischem Dienst (Kettenölung) fahren wir etwa um 9:00 Uhr los. In Ainaži kaufen wir für unsere letzten Lats Bier und “Wässerchen”. Der Grenzübergang bei Ainaži / Ikla ist nur für Fußgänger und Radfahrer frei gegeben, aber sonst unproblematisch. Von hier radeln wir auf schwach befahrener, asphaltierter Küstenstraße entlang schöner, einfacher Fischerdörfer. Diese Straße ist auch als europäischer Fernradwanderweg “Eurovelo 1” ausgeschildert. Leider führt er etwa bei Hääd emeeste auf die A4 / E 67, die aber über einen relativ breiten Seitenstreifen zum Radfahren verfügt. So geht es weiter bis Pärnu. Gegen 15:30 Uhr treffen wir bei der Tourist-Info ein, wo uns zwei schöne Zimmer im Gästehaus des lettischen Roten Kreuzes vermittelt werden. Nach längerer Suche treffen wir dort gegen 16:30 Uhr ein. Den Rest des Tages verbringen wir mit einem Stadtbummel, der uns auch an den stark frequentierten Strand führt. Es ist wohl wahr, daß diese einmalige Bucht zu den schönsten der ganzen Ostsee zählt!
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15 - 09. 07. - Pärnu (Pernau, Estland) - Lihula
Sp. Die Nacht im Ha us des Estnischen Roten Kreuzes in Pärnu verläuft ruhig, so daß wir ausgeschlafen beim Bäcker um die Ecke ein leichtes Frühstück zu uns nehmen können. Um 09.15 Uhr machen wir uns auf den Weg nach Lihula. Zum Stadtausgang gelangen wir ohne Probleme auf verschiedenen Stadtstraßen mit starkem bis mäßigen Verkehr. Kurz vor dem Stadtausgang ergänzen wir unsere Vorräte in einem Supermarkt, der ALDI-ähnlich gestaltet ist.
Auf einer vierspurigen Straße, die sich später auf zwei Spuren verengt – Straße Nr. 60 – verlassen wir die Stadt. An einer Autorennstrecke und einem kleinen Golfplatz des Pärnuer-Golf-Clubs vorbei geht es bei schwachem Wind und sonnigem Wetter in Richtung Ahaste. Der Verkehr ist trotz der vierspurigen, gut ausgebauten Straße schwach bis rege. Wir fahren durch flaches, dünnbesiedeltes Land, daß landwirtschaftlich genutzt wird (Anbau von Getreide, Raps, Kartoffeln). Dabei kommen wir wiederh olt an schmucken Häusern mit Gärten vorbei.
Gegen 11.00 Uhr kommen erste Wolken auf, es bleibt aber trocken. Unsere erste Rast machen wir in Ahaste. Hier treffen wir ein Ehepaar aus Düsseldorf, mit dem wir unsere bisherigen Erfahrungen und Eindrücke der Radtouren austauschen. Wir stellen fest, daß wir abends im gleichen Quartier übernachten werden. In der Gegenrichtung ist ein Ehepaar aus Kiel unterwegs mit dem wir einige Worte wechseln.
Die zweite Pause leg en wir in Lope ein. Hier essen wir in bescheidenem Umfang zu Mittag. Ab Lope fahren wir durch ein Naturschutzgebiet mit Kiefern, Birken und anderen Laubbäumen. Etwa 3 km vor Lihula sehen wir die erste größere Kuhherde in Estland. Die Viehhaltung beschränkte sich bis dahin auf Einzeltiere, die angebunden waren.
Um 16.20Uhr erreichen wir auf bis dahin guten asphaltierten Straßen Lihula und beziehen unsere am Vortag telefonisch gebuchten Doppelzimmer. Es handelt sich um schöne große Zimmer im Hotel Luige Villa, die aber nicht ganz billig sind (rd. 45 € pro Person und Nacht).
Nachdem wir geduscht haben, erkunden wir den Ort Lihula. Unser Weg führt uns zu einer Kirche, dem Kulturhaus (Theater mit 350 Plätzen), einem ehemaligen Schloss, in dem Museum und Volkshochschule untergebracht sind, und den Ruinen einer Ordensburg. Wir gehen durch die Ruinen, um uns die Überreste der Burg anzuschauen und die Hinweistafeln zu lesen, nehmen aber auch Gelegenheit, von den ehemaligen Burghügeln ins Land zu schauen. Anschließend suchen wir no ch die Song arena auf.
Überraschend bekommen wir Gelegenheit, das Kulturhaus von innen zu besichtigen. Ein Mitarbeiter führt uns durch das Gebäude und gibt uns einige Erklärungen zur Entstehungsgeschichte und zur Nutzung. Erstaunlich ist für uns, ein solches Theater in einem Ort mit etwa 1.300 Einwohnern vorzufinden. Das Kulturhaus entstand nach der Wende.
Bei unserer Ankunft in Lihula bemerken wir eine Kirchenruine, die unser Interesse hervorruft. Diese Kirchenruine suchen wir auf, um Näheres über ihr Schicksal in Erfahrung zu bringen. Auf Nachfrage erklärt man uns, daß es sich um eine orthodoxe Kirche handelt, die einem Brand zum Opfer gefallen ist. Beabsichtigt ist, die Ruine zu konservieren und damit vor weiterem Verfall zu schützen.
In einem Gartenlokal neben der Kirchenruine essen wir zu Abend. Den Tag lassen wir bei einigen lustigen Billardrunden im Hotel ausklingen.
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16 - 10. 07. - Lihula - Riisipere
Et. Nach einem reichhaltigen Frühstücksbüfett brechen wir pünktlich um 09.00 Uhr auf regennasser Straße in Richtung Tallinn auf - mit unbekanntem Tagesziel. Es soll heute der „Notfall“ eintreten, für den wir alle unsere Schlafsäcke und die „Zelttransporteure“, Eckhardt und Peter, zusätzlich die Zelte – bisher umsonst – mitgeschleppt haben.
Während wir auf der Hauptstraße an Lihula/Leal vorbeifahren, sehen wir zur Rechten den Burghügel aus der Ebene aufsteigen, auf dem wir gestern spazieren gingen. Die ersten 30 km geht es durch eine ausgedehnte Sumpf- und Moorlandschaft. Es gibt kaum Dörfer, einige ärmlich wirkende Häuser, eine verrottende ehemalige Kolchose, aber große Viehherden. Es herrscht lebhafter PKW-Verkehr – es ist Wochenende! Das Wartehäuschen vor Turba, wo wir anhalten, hat nicht einmal eine Bank.
Hier verlassen wir die Hauptstraße zu einem „Lustturn“ durch die Moorlandschaft zur Rechten. Wir erreichen sie wieder nach etwa 15 km bei Riisipere, nachdem wir auf einer einsamen, aber guten Straße über das Kirchdorf Nissi gefahren sind. Bei einer Tankstelle erfahren wir, daß es erst nach weiteren 25-30 km das nächste Restaurant gibt. Da die Tankstelle Getränke und Gebäck verkauft, be schließen wir, auf dem Gelände dahinter auf der Zufahrt zu einem scheinbar verlassenen Hof unsere Zelte aufzuschlagen. Kaum haben wir damit begonnen, hält ein PKW vor der Zufahrt, und heraus steigt ein junges Paar – die Eigentümer des Hauses! Sie geben sich aber sehr freundlich und bieten uns sogar die Benutzung ihres „Plumsklos“ im Garten an. Sie sind nur zum Rasenmähen gekommen und verabschieden sich danach wieder.
Wegen unserer erfolgreichen Wochenendübung im Kreis Steinburg klappt der Zeltaufbau problemlos, so daß um 16 .30 Uhr alles fertig ist. In dem größeren der beiden Zelte steigt dann die „Party“ bei Puten- und Schweinefleisch sowie Fisch und (verschimmeltem) Brot aus Dosen, was alles Peter unglaublicherweise noch aus Itzehoe mitgebracht hat; dazu Bier von der Tankstelle und Wodka. Der vorübergehende Regen zeigt uns, daß die Zelte – fast – dicht sind, nur einige Mücken haben sich eingeschlichen. Sie müssen umgehend mit dem Leben büßen. Die Nacht verläuft friedlich und ungestört.
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17 - 11. 07. - Riisipere / Tallin
Hp. Während der ung ewohnten Nacht im Zelt gibt es einige Regenschauer. Im größeren Igluzelt haben Eckhard und Hans-Werner damit keine Probleme. Henry und Peter, im kleinen Zweimannzelt, beklagen jedoch am nächsten Morgen feucht-nasse Matratzen und Schlafsäcke. Eine Morgenwäsche ist nicht möglich. Das Frühstück besteht lediglich aus einem Becher Kaffee und kleinen Snacks, die in der benachbarten Tankstelle zu erhalten sind.
Nach dem Zeltabbau, “Fahrradaufsatteln” und Säuberung unseres Lagers geht es auf zunächst schwach befahrener Straße in Richtung Keila. Dort machen wir unsere erste Rast. Auf der sehr stark befahrenen Hauptstraße Nr. 8 fahren wir dann weiter: höchst unangenehm!!! In Hürrn gibt es dann eine tolle Entdeckung: eine ehemalige Wassermühle ist zum Spezialitätenrestaurant umgebaut worden. In einem kleinen Teich, der von dem vorbeiströmenden Bach mit Frischwasser versorgt wird, können die Gäste selbst Forellen angeln. Diese werden dann anschließend nach Wahl gegrillt oder geräuchert. Unser Mahl besteht aus einem (nicht selbst geangelten) gegrillten, lecker gewürztem, gerecht geteilten Vierpfünder mit köstlichen Beilagen.
Auf nach wie vor seh r stark frequentierter Straße fahren wir dann weiter bis Tallin. Die Tourist-Information vermittelt uns ein relativ preiswertes Mittelklassehotel, das in fußläufiger Entfernung zum Zentrum liegt. Nach gründlicher Körpersäuberung unternehmen wir einen ersten Rundgang durch die von uralten Gebäuden gesäumten engen Straßen der historischen Altstadt. Am Rathausplatz speisen wir üppig unter weitausladenden Sonnen-/Regenschirmen. Der Rückweg wird durch einen gew altigen, urplötzlich einsetzenden, lang anhaltenden Gewitterschauer unterbrochen. Sein Ende wollen wir unter den Arkaden des gotischen Rathauses abwarten; aber es dauert einfach zu lange! Wir sehen uns zu einer weiteren Einkehr gezwungen! Um die Ecke finden wir die “Olde Hansa”, ein in allen Belangen mittelalterlich ausgestattetes und geführtes Restaurant auf vier Ebenen. Wir bestellen uns einen großen Krug Honig- bzw. Kräuterbier mit kaltgeräuchertem Hering als Beilage - nach dem Motto: man gönnt sich ja sonst nichts! Der anschließende Heimweg kann trockenen Hauptes und Fußes erfolgen.
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18 - 12. 07. - Tallin / Helsinki / Tallin

Wm. Fahrradfreier Tag! Nach mittelmäßigem Frühstück fahren wir mit dem Taxi (billig!) zum Hafen, um mit der Jet-Fähre nach Helsinki (3. Hauptstadt dieser Tour!) überzusetzen. Auf der Fähre ist alles sehr teuer (1 Bier: 3,50 €). Bei schönem Wetter erreichen wir nach ca. 1:40 h Helsinki. Nach kurzer Orientierung (Tourist-Info in Hafennähe) und einem Imbiss bei Mc Donalds (ohne Bier, das mit 5 € noch teurer a ls auf der Fähre ist) entschließen wir uns, eine Stadtrundfahrt mit der Straßenbahn (Linie 3T) zu machen. Hierfür gibt es bei der Tourist-Info einen kleinen Führer in deutscher Sprache, anhand dessen man die wichtigsten Sehenswürdigkeiten “erfahren” kann. Die Tour dauert 1 h, danach besichtigen wir am Senatsplatz den mächtigen, weiß strahlenden Dom. Nach kurzem Einkauf in der hübschen, alten Markthalle am Hafe n fahren wir mit einem Boot zur riesigen Inselfestung Sveaborg, einer gewaltigen Anlage mit alten Kanonen und Festungsgebäuden. Nach der Rückkehr fängt der tägliche Regen an, was uns auf der Jet-Fähre jedoch nicht stört. Schon während der Überfahrt klart das Wetter aber wieder auf und in Tallinn scheint die Sonne. Nach einem gemütlichen Abendessen und bei wieder bezahlbarem Bier schließen wir diesen Tag ab.
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19 - 13. 07. - Tallin
Sp. Nach einem gute n Frühstück brechen wir gegen 09.30 Uhr vom Tatari 53 Hotel aus zu unserem Stadtrundgang durch Tallinn ohne sach- und fachkundige Führung auf. Unser Weg führt uns bei gutem Wetter zunächst durch einen Park in die Oberstadt. Vorbei am Turm „Kiek in de Kök“, an der Stadtmauer, dem Aussichtspunkt mit einem schönen Blick über die Stadt, einer orthodoxen Kirche, die wir von innen besichtigen, dem Parlamentsgebäude „Riigikojn“ geht es zum Turm „Langer Heinrich“. Am Parlamentsgebäude treffen wir unser Ehepaar aus Düsseldorf wieder und wechseln einige Worte. Von dort geht es weiter zum Dom, in dem der frühere Propst der St. Laurentii-Kirchengemeinde in Itzehoe Noffke als Militärpfarrer gepredigt hat. Der Dom enthält eine Vielzahl von Epitaphien aus der Werkstatt von Ackermann.
Im Restaurant Syrtaki machen wir eine kurze Rast, um unseren Durst mit einem Bier zu löschen.
Danach verlassen wir die Oberstadt über die Pikk Jalg und setzen unsere n Stadtrundgang in der Unterstadt fort. Insbesondere schauen wir uns dabei die Gebäude Haus der Ritterschaft, Schwarzhäupterhaus – auch von Innen (Konzertsaal und Saal im Nebengebäude) – Kleine und Große Gilde, „Dominikanerkloster mit Katharinenstraße und das Rathaus an.
Gegen 13.30 Uhr essen wir auf dem Rathausplatz im Straßenrestaurant Karli Kelder eine Kleinigkeit zu Mittag. Nach dem Essen geht es dann noch zur Nikolaikirche und vorbei an der Johanneskirche zur Konzerthalle, in deren Foyer wir einen kurzen Blick werfen. Um 15.30 Uhr erreichen wir dann fußlahm, aber voller schöner Eindrücke wieder unser Hotel.
Eine angemessene Ruhepause im Hotel gibt uns die Kraft zurück, die wir brauchen, um mit den Rädern auf weitere Erkundungstour zu gehen. Wir starten um 16.30 Uhr zunächst in Richtung Fährhafen, um in Erfahrung zu bringen, wann und von welchem Terminal die Fähre nach Rostock abgeht. Dana ch radeln wir zur außerhalb des Stadtkerns gelegenen Chorarena. Diese Arena ist sehr beeindruckend. Neben der riesigen Muschel für bis zu 30.000 Chorsänger/innen gibt es ein Besucherfeld, das bis zu 500.000 Gästen Platz bietet. In der Chorarena, in der in fünfjährigem Rhythmus die gewaltigen Sängerfeste stattfinden, begann die “singende Revolution” gegen die Sowjets, die den Grundstein für die Wende legte.
Von dort geht es zurück zum Hotel, das wir gegen 18.30 Uhr erreichen. Da der Verkehr in Tallinn sehr stark ist, versuchten wir auf Radwegen unsere Ziele zu erreichen. Das war mit wenigen Ausnahmen auch gut möglich. Nachdem wir in einem Supermarkt in der Nähe des Hotels unseren Proviant für die Rückfahrt auf der Fähre am nächsten Tag ergänzt haben, suchen wir für das Abendessen einen danebenliegenden Grill auf, in dem wir gut und preiswert essen. Mit diesem Abendessen klingt der anstrengende, aber erlebnisreiche Tag aus.
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20 - 14. 07. - Rückfahrt nach Itzehoe
Et. Nach dem Frühst ück, zu dem wir uns um 08.00 Uhr treffen, starten wir um 08.45 Uhr bei lebhaftem Berufsverkehr zum Hafen, wo wir nach einer Auskunft von gestern bis 10.00 Uhr eingecheckt haben sollen, weil die Fähre um 11.00 Uhr ablegen sollte. Sie legt aber erst um 11.30 Uhr an, so daß wir zusammen mit einer großen Radlergruppe, von der uns einige schon bekannt sind, auf dem Hafengelände warten müssen und das Aus- und Einlaufen zahlreicher Fähren beobachten können. Mit einer Stunde Verspätung verläßt unsere Fähre schließlich Tallinn/Reval.
Die Gegebenheiten auf dem Parkdeck sind im Vergleich zur Hinfahrt für Radfahrer schlecht. Der Gepäckraum befindet sich im 5. Deck. Dank der Hilfsbereitschaft der Filipinos erhalten wir einen Wäschewagen, auf dem wir unser Gepäck mit Mühe unterbringen können. Mit dem Aufzug geht es zum Deck 5. Die Liegesitze befinden sich auf Deck 7 im Raum „Panorama“. Dieser hat die bevorzugte Lage über dem Bug mit dem gleichen Blick, den der Kapitän von der darüber liegenden Brücke hat. Die Luft ist klar, und so haben wir eine hervorragende Sicht und sehen viele Schiffe bei ruhiger See. Der zu etwa Dreivierteln belegte Raum ist leider sehr aufgeheizt und läßt sich nicht belüften. Erst nachts wird das Klima angenehmer.
Die Zeit vergeht bei Essen, Trinken, Lesen und Erkundungstouren an Bord. Um 22.30 Uhr erleben wir beim Passieren Gotlands den von Peter lang ersehnten Sonnenuntergang. Es steht uns eine in vielen Fällen wenig erquickliche Nacht bevor.
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21 - 15. 07. - Rückfahrt nach Itzehoe
Hp.Trotz reichlich genossenen Schlaftrunks verläuft die Nacht auf der “Finjet” in den Pulmansesseln nicht ungetrübt, obwohl sie wesentlich komfortabler sind, als diejenigen auf der “Svealand”. Längere Schlafphasen sind die Ausnahme! Bei Windstärken von ca. 4 - 5 haben wir einen sehr ruhigen Fahrtverlauf - wie in einem ICE! Nach der Ankunft im Seehafen Rostock müssen wir noch einmal für 12 km in den Sattel. Auf sehr gut ausgeschildertem Radweg erreichen wir alsbald den Rostocker Hauptbahnhof. Am Imbißstand stärken wir uns ein letztes Mal mit deftigen Würsten und pommes frites. Die Bahnfahrt nach Itzehoe mit Umsteigen in HH-Hauptbahnhof und Elmshorn ist äußerst preiswert (MV-Ticket) und verläuft ohne Zwischenfälle.
Plötzlich sind wir am Ende unserer großen, ereignisreichen Fahrradreise angekommen. Etwas wehmütig nehmen wir voneinander Abschied. Ein kurzes Fazit mag die Eindrücke von uns vier Freunden jeweils auf den Punkt bringen.
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Fazit
Eckhard: “Ich habe auf unserer Reise durch Litauen, Lettland und Estland Landschaft, Menschen, Geschichte und Kultur erlebt und kennengelernt, die mich in hohem Maß beeindrucken und begeistern konnten. Ich hoffe, daß ich diese Erlebnisse im Baltikum durch weitere Reisen noch ergänzen und vertiefen kann. Dankbar bin ich für die große Kameradschaft unter uns vier Radfahrern!”
Hans-Werner: “Mich interessierte auf unserer Tour vor allem zweierlei:
1. Wie kommt die Prägung Estlands und Lettlands durch die 700jährige deutsche Vorherrschaft zum Ausdruck?
Sie wird in den Hauptstädten, aber auch in den kleineren Städten auf vielfache Weise deutlich, vor allem in der Architektur; auf dem Lande durch die Herrenhäuser der Barone, soweit sie noch vorhanden sind.
2. Wie gehen die beiden Völker mit der Geschichte um, die sie nicht bestimmt haben?
Sie haben - im Gegensatz etwa zu den Polen in meiner Heimat Masuren - keine Probleme im Umgang mit der historischen Wahrheit. Die Geschichte der fremden Herren ist auch ihre Geschichte.”
Henry: “Mit großen Erwartungen, aber auch mit einer gehörigen Portion Sorge bezüglich Sicherheit und Infrastruktur trat ich diese Fahrradtour an.
Meine Erwartungen zu Land und Leuten, aber auch zur Geschichte und Kultur wurden bei weitem übertroffen. Die Sorgen erwiesen sich während der gesamten Tour als unbegründet.
Das Baltikum vermittelte mir - soweit wir in den drei Wochen Litauen, Lettland und Estland mit dem Fahrrad erkunden konnten – Eindrücke, die ich begierig aufnahm und nicht missen möchte. Es wird sicherlich noch einige Zeit dauern, bis ich die Erlebnisse sortiert und verarbeitet habe.
Die Strapazen hielten sich in Grenzen. Weitere Fahrradtouren ins Baltikum schließe ich nicht aus.
Unser Team passte hervorragend zusammen. Ich kann mir in gleicher Zusammensetzung durchaus weitere Touren vorstellen. Allen Mitfahrern herzlichen Dank für Kameradschaft und Unterstützung.
Allen Leserinnen und Lesern dieses Berichtes kann ich nur raten, ein gleiches `Wagnis´ auf sich zu nehmen.”
Peter: “Es war eine schöne Reise, trotz eines privaten, persönlichen Schicksalsschlags und der technischen Probleme (warum immer ich?), die ich durchzustehen hatte. Besonders interessant war es für mich, die Geschichte sowie Land und Leute der Heimat meines Vaters (Riga) etwas näher kennen zu lernen. Aber auch die „sportlichen“ Anforderungen der Tour entsprachen meinen Ansprüchen weitgehend. Ich freue mich schon auf die nächste Tour mit unserer harmonischen Gruppe.”
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